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Praktische Theologie
Diakonik

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Cover Geistesgegenwärtig behandeln

Simone Ehm (Hg.) / Astrid Giebel (Hg.) / Ulrich Lilie (Hg.) u.a.

Geistesgegenwärtig behandeln

Existenzielle Kommunikation, Spiritualität und Selbstsorge in der ärztlichen Praxis

€ 39,00
 inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten

1. Auflage 2016

kartoniert / 14,5x22,0 cm /
371 Seiten

ISBN 978-3-7887-3003-1

Neukirchener Theologie

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Die Medizin, eigentlich Schirmherrin der Gesundheit, fokussiert in ihrer modernen Form - global gesehen - die traditionelle körperorientierte Krankheitsversorgung. Die soziale, psychische und spirituelle Dimension der Gesundheit, ebenso wie deren Entstehen, Erhalt und Ausbau, werden eher von anderen Wissenschaften definiert und abgedeckt. Es ist deshalb kein Zufall, dass nicht jene Ärztinnen und Ärzte, die sich der unbedingten Rettung, des Erhalts und der Verlängerung von Leben verschrieben haben, sondern Vertreterinnen und Vertreter der Pflegeberufe, insbesondere der palliativen und sogenannten "end-of-life"-Pflege, sich als erste mit den spirituellen und religiösen Bedürfnissen von Patienten und Patientinnen auseinandergesetzt haben. Spiritualität im Gesundheitswesen ist ein weitgehend noch unerforschtes Terrain, wenngleich zahlreiche in den vergangenen Jahren erschienene Studien sich dieser 4. (bio-psycho-sozial-spirituellen) Dimension von Gesundheit und Krankheit - zunehmend - widmen. In Deutschland wollen viele Patientinnen und Patienten spirituelle Bedürfnisse, Sinnfragen, Ängste und Leid mit dem Arzt oder der Ärztin besprechen, unabhängig davon, ob sie mit einem Seelsorgenden in Kontakt stehen oder nicht. Es besteht eine deutliche Übereinstimmung zwischen spirituellem Wohlbefinden und der allgemeinen Lebensqualität, auch bei Patientinnen und Patienten mit erheblich einschränkenden körperlichen Symptomen wie beispielsweise Schmerzen. Eine hohe Arbeitsverdichtung mit einhergehender Zeitknappheit im Gesundheitswesen, Bürokratie und personellen Engpässen scheinen der empathischen Berücksichtigung spiritueller Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten im der ärztlichen Behandlung entgegenzustehen. Ein wichtiger Grund, warum sich Medizin mit Spiritualität schwer tut, liegt darin, dass die epidemologisch dominierten Gesundheitswissenschaften unter der strengen Forderung nach empirischer Evidenzbasierung stehen. Aus ärztlicher Sicht sind "Spiritualität" und "spirituelle Dimension von Gesundheit und Krankheit" bislang erst ansatzweise terminologisch definiert sowie in ihren Wirkungen erhoben worden. Als blockierend wirkt sich ggf. auch eine Vermengung der spirituellen Dimension mit der psychischen Gesundheit aus. Schließlich verstärken die gesellschaftliche Vermarktung des Lifestyle-Produktes "Spiritualität" sowie die thematische Nähe zu Grenzgebieten und Grenzwissenschaften die vorhandenen Vorurteile. Diese wiederum verhindern eine sachliche Kenntnisnahme und Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Evidenz für die positive gesundheitliche Wirksamkeit spiritueller Interventionen. Ein anderer Grund liegt in der zunehmenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens und der relevanten Wissenschaften, wodurch die Optimierung des materiellen Kosten-Nutzen-Verhältnisses in den Mittelpunkt gestellt wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt hingegen im Rahmen der Palliativmedizin, wo spirituelle Begleitung mittlerweile zu den ärztlichen Fertigkeiten gezählt wird, ganz pragmatisch fest, dass jeder Mensch spirituell sei, weil er sich spätestens angesichts des Todes existenziellen Fragen stellen müsse und Erfahrungen im Umgang damit mache. Spiritualität wird hier aus medizinisch-anthropologischer Sicht als die Reflexion der Erfahrungen verstanden, die im Umgang mit existenziellen Fragen gemacht werden. In jüngerer Zeit überlegen nicht nur unterschiedliche Fachdisziplinen, sondern auch Institutionen und Organisationen, wie sie sich des Themas "Spiritualität als Querschnittsaufgabe" in fachlicher und wirtschaftlich-finanzieller Hinsicht annehmen können - zum Wohl der Patientinnen und Patienten mit ihren Angehörigen, der Mitarbeitenden auf allen Fachebenen, ihrer Kooperationspartner -, aber auch zur Gestaltung der gelebten Kultur ihrer Einrichtungen und der Erfahrung des Geistes, der sie prägt. Im vorliegenden Band setzen sich Ärztinnen und Ärzte aus der ambulanten und stationären Praxis Einblick in existenzielle Begleitung von Patientinnen und Patienten und berichten von lebendigen Kraftquellen und geistlichen Ressourcen, durch die sie selbst in ihren herausforderndem Berufsalltag in Kliniken, medizinischen Praxen, geriatrischen Einrichtungen oder ambulanten Diensten gestärkt und gestützt werden. Ergänzt wird der Band durch Beiträge aus nichtärztlichen Disziplinen, die sich mit Organisationsentwicklungsprozessen in Einrichten und Diensten des Gesundheitssystems beschäftigen, die Raum für Spiritualität geben.

Weitere Herausgeber: Rainer Prönneke

Mit Beiträgen von: Eckhard Frick SJ, Claudia Bozzaro, Claudia Kohli Reichenbach, Giovanni Maio, Christian Spaemann, Arndt Büssing, Andrea Wiedner, Susanne Hirsmüller, Martin Grabe, Michael Rosenkranz, Werner Vogel, Elisabeth Grözinger, Christoph Gerhard, Steffen Glathe, Torsten Kratz, Albert Diefenbacher, Georg Schiffner, Marianne Kloke, Barbara Schubert, Fred Salomon, Ilse-Dore Grahe, Ralf Schild, Hartmut Kreß, Jochen Dutzmann, Beate Hofmann, Michael Fischer, Michael Karaus, Axel Halim, Volker Brandes

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